In der Praxis variieren die Intensität und die Strenge der Kontrollen im Zusammenhang mit der Entsendung von Fahrern (Posting) von einem EU-Mitgliedstaat zum anderen erheblich. Einige Länder verfolgen eine Null-Toleranz-Politik mit schnell anfallenden Bußgeldern, während andere einen eher auf Aufklärung ausgerichteten Ansatz verfolgen. Transportunternehmen müssen die Besonderheiten der einzelnen Rechtsordnungen kennen, um Sanktionen, Betriebsunterbrechungen und von den Behörden auferlegte Nachzahlungen zu vermeiden.
Zusammenfassend sieht die Rangliste der Entsendungskontrollen in der EU wie folgt aus:
- Österreich ist das strengste Land, mit Nulltoleranz und Geldstrafen von bis zu 100.000 € für Unternehmen mit mehreren Fahrern.
- Deutschland (ZOLL) prüft die Mindeststundenzahl genau und kann rückwirkende Zahlungen mit Zinsen verlangen.
- Frankreich ahndet das Fehlen von Dokumenten an Bord und eines lokalen Vertreters mit einer möglichen Aussetzung der Geschäftstätigkeit.
- Italien überwacht die Einhaltung des Tarifvertrags für den Transportsektor sowie die berufliche Qualifikation der Fahrer.
- Belgien und die Niederlande führen gut organisierte thematische Kontrollen durch, wobei der Schwerpunkt auf der Dokumentation liegt.
- Spanien, Portugal, Tschechien und die Slowakei weisen ein geringeres Risiko auf und verfolgen einen eher auf Aufklärung ausgerichteten Ansatz.
- Länder ohne nationalen Mindestlohn (Italien, Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland) stützen sich bei Kontrollen stark auf Tarifverträge.
- Die Erstellung von IMI-Dokumenten, Gehaltsabrechnungen und Tarifverträgen ist unerlässlich, um Bußgelder zu vermeiden.
Österreich – das härteste
Behörde: LSDB (Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfung)
Was er ständig überprüft:
- Vorhandensein des Eintrags (IMI)
- Anwendung des Tarifvertrags
- Korrekte stundenweise Lohnberechnung
- Übersetzung von Dokumenten
Geldbußen:
- 1.000 – 10.000 € / Fahrer / Verstoß
- Die Bußgelder summieren sich (fehlende IMI-Meldung + zu geringe Zahlung + fehlende Unterlagen)
- Unternehmen mit mehreren Fahrern können Kosten in Höhe von 50.000 bis 100.000 € haben
In Österreich gilt Nulltoleranz: Schon ein kleiner Fehler kann direkt zu einer Geldstrafe führen.
Deutschland
Quelle: ZOLL (Mindestlohn + BAG)
Was wird überprüft:
- Zahlung des Mindeststundenlohns
- Die im Fahrtenschreiber erfassten Stunden im Vergleich zur Gehaltsabrechnung
- IMI
- Der Unterschied zwischen Gehalt und Zulagen
Geldbußen:
- 2.000 – 30.000 € / Fahrer
- Ich kann die rückwirkende Zahlung der Differenzbeträge + Zinsen verlangen
Frankreich
Zuständige Behörde: Arbeitsaufsichtsbehörde + DREAL
Was wird überprüft:
- Reisedokumente
- Nachweis der Veröffentlichung
- Zahlung des Mindestlohns (SMIC)
- Anwesenheit des Vertreters in Frankreich
Geldbußen:
- 750 – 4.000 € / Fahrer
- Mögliche vorübergehende Einstellung des Betriebs
Italien
Behörde: Nationale Arbeitsaufsichtsbehörde
Was wird überprüft:
- Anwendung des CCNL Trasporto
- Das berufliche Niveau des Fahrers
- IMI (zunehmende Kontrollen)
Geldbußen:
- 500 – 5.000 € / Fahrer
- Risiko einer Blockierung lokaler Vorgänge
Belgien
Geldbußen:
- 1.800 – 6.000 €
- Thematische, gut organisierte Kontrollen
Niederlande
Geldbußen:
- 1.500 – 8.000 €
- Der Schwerpunkt liegt auf einer korrekten Dokumentation
Länder mit geringerem Risiko (aber nicht ohne Risiko)
Spanien, Portugal, Tschechien, Slowakei
Geldbußen:
- In der Regel 300 – 2.000 €
- Eher pädagogisch/korrektiver Ansatz
Länder ohne Mindestlohn, aber mit hohem Risiko
Italien, Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland
Die Tatsache, dass es keinen nationalen Mindestlohn gibt, mindert das Risiko nicht. Bei Kontrollen wird streng auf die Einhaltung der Tarifverträge geachtet.
Häufig gestellte Fragen

Gründer und Geschäftsführer von Paneuropa Logistics
Ich bin György Bokor, Gründer und Geschäftsführer von Paneuropa Logistics. Ich bin seit über 20 Jahren in der Logistikbranche tätig und konzentriere mich auf internationale Transporte, Speditionen, Last-Mile-Lieferungen und Zolldienste. Meine Leidenschaft gilt der Entwicklung effizienter Lösungen, die Unternehmen in ganz Europa miteinander verbinden.
