Dispositionsregeln – Fahrtenplanung mit Fahrtenschreiber

Die korrekte Planung internationaler Fahrten für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t muss unter Berücksichtigung der gesetzlichen Lenkzeiten, der vorgeschriebenen Pausen und der Ruhezeiten erfolgen und darf sich nicht nur nach der Entfernung oder der Geschwindigkeit des Fahrzeugs richten.

Kurz gesagt umfassen die Vorschriften für die Routenplanung mit dem Fahrtenschreiber Folgendes:

  • Planung der tatsächlichen Anzahl an Tagen und Nächten, die zur Bewältigung der Strecke erforderlich sind.
  • Die Berechnung der Fahrstrecke in Fahrtagen, nicht nur in Kilometern oder Stunden.
  • Einhaltung der täglichen Fahrzeitbegrenzung von 9 Stunden.
  • Die Möglichkeit einer Verlängerung auf 10 Stunden, höchstens zweimal pro Woche.
  • Nach 4 Stunden und 30 Minuten Fahrzeit ist eine Pause von 45 Minuten einzulegen.
  • Einführung einer täglichen Ruhezeit für Fahrten, die länger als 9–10 Stunden dauern.
  • Verwendung einer realistischen Durchschnittsgeschwindigkeit zur Schätzung der Fahrzeit.
  • Strategischer Einsatz der 10-Stunden-Fahrtage.
  • Priorisierung der Ruhephasen bei Langstreckenflügen.
  • Vermeidung der Ersetzung von Pausen durch Wartezeiten.

Kraftfahrzeuge bis 3,5 t – Internationaler Transport / Kabotage

REGEL 0 – Du weißt, was dich einschränkt

NEIN, die Geschwindigkeit ist nicht der begrenzende Faktor.

Die tatsächlichen Einschränkungen sind:
• 9–10 Stunden Fahrzeit pro Tag;
• vorgeschriebene Pausen;
• 9–11 Stunden tägliche Ruhezeit.

Wenn diese Faktoren nicht richtig verstanden werden, ist jede Zeitberechnung falsch.

1. REGEL 1 – Kilometer ≠ Zeit

Falscher Ansatz:
„Wir haben 2.300 km vor uns, das Auto fährt gut, wir sind in 48 Stunden da.“

Richtiger Ansatz:
Gesamtdauer = Fahrtage + Pausen + Ruhezeiten.

Es werden immer zuerst die TAGE berechnet, nicht die Kilometer.

2. REGEL 2 – Teile das Rennen in TAGE ein, nicht in STUNDEN

Schnellverfahren zur Planung:

• km ÷ 70–75 km/h → Referenzwert Lkw;
• km ÷ 85–95 km/h → Referenzwert Fahrzeug 3,5 t.

Das Ergebnis teilst du wie folgt:
• maximal 2 Tage × 10 h;
• die restlichen Tage × 9 h.

So ermittelst du, wie viele Nächte der Fahrer unterwegs sein wird.

3. REGEL 3 – Wenn du einen Tag überschreitest, ist eine Pause Pflicht

• Jede Fahrt mit mehr als 9–10 Fahrstunden erfordert mindestens eine tägliche Ruhezeit.
• Jede Fahrt mit mehr als 18–20 Fahrstunden erfordert mindestens zwei Ruhezeiten.

Das Konzept „noch ein bisschen weiterfahren“ gibt es rechtlich nicht.

4. REGEL 4 – Wo es auf die Geschwindigkeit ankommt und wo NICHT

Die Geschwindigkeit spielt eine Rolle bei:
• Fahrten unter 900 km;
• Fahrten, die an die Grenze eines Fahrtags stoßen;
• Situationen, in denen eine zweite Ruhepause vermieden werden kann.

In diesen Fällen lässt sich ein Tag einsparen.

Die Geschwindigkeit spielt kaum eine Rolle bei:
• Fahrten über 1.800–2.000 km;
• Fahrten mit mehr als zwei Ruhezeiten.

Egal, ob du mit 90 oder 110 km/h fährst, die Ruhezeiten bleiben gleich.

5. REGEL 5 – Die Pausen sind fest vorgegeben

Nach jeweils 4 Stunden und 30 Minuten Fahrzeit ist eine Pause von 45 Minuten vorgeschrieben.

Bei einer täglichen Fahrzeit von 10 Stunden sind zwei Pausen erforderlich.

Über die Pausen lässt sich NICHT verhandeln.
Wartezeiten gelten NICHT als Pause.

Die Pausen sind eine „obligatorische“ Zeitvorgabe.

6. REGEL 6 – 10-Stunden-Tage sind Gold wert

Tage mit einer Lenkzeit von 10 Stunden sind auf maximal zwei pro Woche begrenzt.
Sie sollten strategisch eingesetzt werden, und zwar nur dort, wo sie die Fahrzeit tatsächlich verkürzen.

Häufig gestellte Fragen

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